Hidden Track- Valentina Nazarova

Erfrischend exotisch, gleichzeitig angenehm bekannt und doch irgendiwe anders als erwartet. Während dem Lesen lässt sich schnell feststellen, dass sich hinter dem Titel noch mehr verbirgt als nur „eine verlorene Spur“. Ein faszinierendes Buch, das ich nur weiterempfehlen kann – auch Musikliebhaber kommen hier auf ihre Kosten.

hidden track cover

Originaltitel: The Hidden Track

Übersetzer: Stefan Lux

Verlag: Piper

Seitenzahl: 476

Preis: 10 Euro

Darum geht’s:

Als Nika dreizehn Jahre alt ist, zieht ihre große Schwester Jen, Nikas großes Vorbild, nach England, um dort zu studieren. Die Geschwister halten regen Kontakt über Email und Facebook, bis Jen eines Tages nicht mehr antwortet. Jen verschwindet spurlos und ist acht Jahre lange vermisst, als Nika beschließt, auch nach London studieren zu gehen und Jens Spur zu folgen.

Meine Meinung:

Das Buch hat ein großes Merkmal, das weder in der Beschreibung noch sonst wo zu finden ist: Jen und Nika sind Musikliebhaber, ihre Beziehung zeichnet sich besonders durch den gemeinsamen Musikgeschmack und ihren regen Austausch darüber ab. Das Buch ist ausschließlich in Form von Nikas und Jens Mailkontakt geschrieben und jede Mail enthält einen Musiktitel. Diese Titel begleiten durchs gesamte Buch und es macht einen riesen Spaß, die Titel anzuhören und die Stimmung des Buches dadurch noch besser nachempfinden zu können. Die Nachrichtenform des Textes hat mich zu allererst abgeschreckt, da ich bisher eher schlechte Erfahrungen mit Büchern in Briefform gemacht habe. Doch hier bemerkt man die Form nicht allzu sehr, da die Erzählstimme trotzdem der eines Romanes folgt. Stattdessen umrahmen die Nachrichtenmerkmale wie Nachrichtenkopf, Uhrzeit und Grußformel die einzelnen Passagen vorteilhaft.

Erfrischend war auch die Protagonistin. Sie kommt aus Russland und geht erst zum Studieren nach England. Dadurch kommt eine für mich neue Kultur ins Spiel, was das Buch noch interessanter machte. Auch wenn ich viele Handlungen von Nika nicht nachvollziehen konnte und komplett anders gehandelt hätte, mochte ich sie. Sie agiert teilweise naiv und meiner Meinung nach an manchen Stellen moralisch etwas bedenklich, doch gerade das passt zu ihrem Charakter. Sie ist erst 19 Jahre alt, ihre Schwester wird vermisst und sie geht in ein komplett anderes Land, um nach ihr zu suchen. Vermutlich kann man sie also auch als mutig bezeichnen.

So handelt das Buch nicht nur von Jens Verschwinden, sondern auch von Nikas eigener Geschichte, die sie währenddessen schreibt. Ingesamt ein angenehmer Mix aus Thriller und New-Adult-Geschichte mit musikalischer und kultureller Untermalung.

8. Satz:

Ist es warm genug für das blaue Kleid, das Mama dir geschenkt hat?

(Valentina Nazarova: Hidden Track, S.9.)

Besten Dank an den Piper-Verlag für das Rezensionsexemplar.

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