Club der Romantiker – Frank P. Meyer

Ich hatte das Glück bei der Premiere-Lesung von Frank P. Meyer in der Bücherhütte in Wadern dabei zu sein und kaufte mir das Buch sogar noch bevor Meyer auch nur einen Satz daraus gelesen hatte. Zum einen kenne ich schon andere Bücher von ihm und wusste, dass mir dieses hier vermutlich auch zusagen wird, zum anderen bin ich bei Oxford-Büchern ja immer gleich hin und weg. Sie haben etwas mystisches an sich, und das rein dadurch, dass sie in Oxford spielen. Während der Lesung wurde ich auch nicht enttäuscht. Ganz im Gegenteil, ich fing noch am selben Abend zu lesen an!

club der romantiker cover

Seitenzahl: 427

Verlag: Conte

Preis: 18 Euro

Klappentext:

Für ein Treffen mit früheren Kommilitonen kehrt Peter Becker nach Oxford zurück. Doch der eigentliche Grund für seine Reise ist Laureen Mills Beerdigung. Als ihre Leiche jetzt, über zwei Jahrzehnte nach ihrem spurlosen Verschwinden, gefunden wird, erwartet niemand mehr ernsthaft die Aufklärung dieses Falles. Zur selben Zeit sind weitere Ehemalige in Oxford, die die College-Bibliothekarin kannten: Louise, Ed, Brandy Jones und der Bischof – allesamt Mitglieder im exklusiven »Club der Romantiker«. Inspector Osmer ahnt nichts von der Verbindung der Clubmitglieder zur Toten, und sein Vorgesetzter will, dass der alte und scheinbar unlösbare Fall endlich zu den Akten gelegt wird. Aber der Zufall und ein immer nervöser werdender Ex-Romantiker spielen dem Ermittler und seinem übereifrigen Sergeant in die Hände.

Meine Meinung:

Wer Frank P. Meyer kennt oder auch schon mehrere Bücher von ihm gelesen hat, der weiß, dass seine Bücher in der Regel einen starken Bezug zu dem saarländischen Ort Primstal haben und meist auch dort spielen. Ich finde das natürlich toll, denn ich lebe selbst in besagtem Ort und bin immer ganz gespannt auf die Schauorte und Geschichtchen in Franks Romanen. Dennoch war ich richtig begeistert, als ich erfuhr, dass der neue Roman in Oxford spielen wird. Schon der Titel und das wunderschöne Cover verraten uns, dass auch dieser Oxford-Roman etwas mysteriöses an sich hat.

Das Buch wird aus drei verschiedenen Perspektiven erzählt, welche sich auch in ihrer Zeit unterscheiden. Zum einen gibt es Peter Becker, der Primstaler, der in den 1990er Jahre zum promovieren nach Oxford geht und dort den ominösen Club der Romantiker kennenlernt. Dann  gibt es den Peter Becker zwanzig Jahre später, Geographielehrer in Wales, der für ein Ehemaligentreffen nach Oxford zurückkehrt. Als drittes erfahren wir die Sicht des Inspector Osmer, der den Fall Laureen Mills lösen möchte. Super an diesem Perspektivwechsel war, dass man manchmal mehr weiß als Peter Becker und gleichzeitig mehr als Osmer. So springt man in Zeit und Perspektive, um langsam dem Rätsel um Laureen Mills auf die Spur zu kommen. Dadurch, dass die Kapitel von 1990 in der Ich-Form geschrieben sind, ist man auch überhaupt nicht verwirrt und kann dem Zeitsprung immer direkt folgen! Mir persönlich gefielen diese Kapitel auch am besten, da mich Peters Studienzeit sehr reizte und ich vor allen Dingen wissen wollte, wie es mit seinen Frauengeschichten weiterging. So schafft Meyer es, ein authentisches Oxfordgefühl zu vermitteln, was sich durch seine ausgeschmückten Beschreibungen und vermutlich auch seine eigenen Ortskenntnisse bemerkbar macht.

Ebenso empfand ich die verschiedenen Charaktere als sehr authentisch. Der erste Eindruck trügte manchmal und keine der Figuren war scheinbar nur perfekt oder handelte stets moralisch einwandfrei. Gerade dadurch erschienen sie sehr echt und ich hatte Schwierigkeiten, mich für einen „Liebling“ zu entscheiden. Ein solchen Figurenbild findet man leider selten!

Mir fällt es sehr schwer, das Buch einem Genre zuzuordnen, da es hat vielseitige Facetten hat. So sind gerade die Primstal Erzählungen, welche Meyer auch hier natürlich nicht ausließ, urkomisch. Gleichzeitig ist aber der Todesfall der Bibliothekarin mysteriös, spannend und irgendwie auch ernst. Meyer gelingt meiner Meinung nach ein super Mix aus allem, was ein gutes Buch bieten sollte.

27. Satz:

Dr. Corvus hatte Peter Becker am Telefon mitgeteilt, Frau Buckwood habe ihre Teilnahme angekündigt und ausdrücklich nach ihm gefragt.

(S.9)

 

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