Das Mädchen, das in der Metro las – Christine Féret-Fleury

Habt ihr schon mal ein Buch gelesen, bei dem eure Grundeinstellung gegenüber etwas 100% zum Ausdruck kam? Mir geht es so bei Das Mädchen, das in der Metro las. Die Ansicht, dass jedes Buch seine eigene Geschichte hat, abhängig von der Reise in die verschiedensten Bücherregale seiner Leser, hat mich schon des Öfteren dazu bewegt, gebrauchte Bücher zu kaufen. Féret-Fleury schafft es, daraus eine wunderbare Geschichte zu machen.

das mädchen das in der metro las cover

Originaltitel: La fille qui lisait dans le métro

Seitenzahl: 172

Verlag: Dumont

Preis: 18 Euro

Der Klappentext:

Jeden Morgen sitzt Juliette in der Metro auf dem Weg zu ihrer eintönigen Arbeit in einem Maklerbüro und taucht ein in die Welten ihrer Romane. Mal begibt sie sich mit Marcel Proust auf die Suche nach der verlorenen Zeit, mal begleitet sie Hercule Poirot im Orientexpress Richtung Istanbul – manchmal beobachtet sie auch einfach die Menschen um sich herum, die in ihre Lektüre vertieft sind. Es sind die Bücher, die Juliettes Leben Farbe verleihen. Als sie eines Tages beschließt, zwei Stationen früher auszusteigen, begegnet sie dem schrulligen Soliman, der mit seiner Tochter Zaïde inmitten seiner Bücherstapel lebt. Soliman glaubt, dass jedes Buch, wenn es an die richtige Person übermittelt wird, die Macht hat, ein Leben zu verändern. Auserwählte Boten liefern für ihn diese kostbare Fracht aus, an die, die sie nötig haben. Bald wird Juliette zu einer Botin, und zum ersten Mal haben die Bücher einen wirklichen Einfluss, auch auf ihr Schicksal.

Meine Meinung: (Achtung Spoiler möglich)

Es ist am Anfang dieser Rezension schon angeklungen, dass ich die Grundidee des Buches wirklich fantastisch finde. Das Buch zeitgt uns, welche Wirkung Bücher auf unser Leben haben können. Das wohl beste Beispiel dafür ist die Wandlung der Protagonistin selbst. Während des Lesens stellt sich die Frage, inwie weit Bücher unser Leben eigentlich beeinflussen sollten und ob sie es möglichwerweise sogar negativ beeinflussen können. Juliette ist eine Stubenhockerin, die sich gänzlich in die Welt der Bücher flüchtet, statt in ihrer eigenen Welt richtig zu leben. Sie traut sich nur wenig aus ihrem Schneckenhaus, bis die kleien Zaide sie darauf aufmerksam macht und herausfordert. Wird sie ihre Gewohnheiten ablegen können und sich aus ihrem Schneckenhaus herauswagen?

„In der Welt hat alles seinen Platz“, sagte er, „sogar in der Welt der Bücher.“

Zaide spielt dabei für Juliettes Leben eine große Rolle, wenn sie auch nur eine kleine Zeitspanne ihres Lebens an ihrer Seite ist. Gerade das stört mich etwas, da Zaide gegen Ende des Buches nicht mehr wirklich thematisiert wird. Hier hätte ich mich nach einer Art Abschluss gesehnt.

Zusammenfassend ist das Buch ein Traum! Was ist dafür mehr Beweis als mein Name Bücherweltenbummlerin? Hier geht es nämlich um das Bummeln in den Welten der Bücher und der richtigen Welt zugleich.

25. Satz:

Dicklich, von ungewissem Alter, oder vielmehr bereits einem gewissen Alter, um bei Klischees zu bleiben.

 

 

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