Eine Liebe ohne Winter – Carrie Hope Fletcher

Dieses Buch zählt zu einem der wenigen Bücher, die mich komplett überraschten, da sie so anders waren als erwartet. Ich würde sogar fast schon so weit gehen, dass hier ein ganz anderes Genre vorliegt als erwartet. Statt einem Frauenliebesroman, bietet dieses Buch Fantasy, oder besser eine Kombination aus beidem, denn die Liebe steht tatsächlich trotzdem im Vordergrund.

liebe ohne winter

Originaltitel: On the Other Side

Seitenzahl: 361

Verlag: Diana

Preis: 12,99 Euro

Ich hab jetzt länger überlegt, ob ich euch den original Klappentext zeige, damit ihr meine Erwratungshaltung verstehen könnt, oder ob ich selbst den Inhalt zusammenfasse, um euch den „wirklichen“ Inhalt des Buches zu zeigen…Ihr werdet jetzt den Klappentext bekommen, in meiner Meinung werde ich den Inhalt aber auch aus meiner Sicht noch einmal zusammefassen.

Zum Inhalt: Wie schön der Winter ist, merkt man erst, wenn der Sommer ewig ist. Selten haben zwei Liebende so wunderbar zueinandergepasst wie Evie Snow und Vincent Winters. Doch Evies konservative Familie treibt die junge Künstlerin und den Straßenmusiker auseinander, kurz nachdem sie sich gefunden haben. Ein Leben verstreicht, in dem immer etwas fehlt, das Herz nie am rechten Fleck sitzt. Doch was, wenn es noch eine letzte Chance für ein Wiedersehen gibt? Alles, was Evie tun muss, ist, an das Unmögliche zu glauben. Wird sie sich auf die Reise in ihre Vergangenheit wagen?

Meine Meinung: [Achtung Spoiler-Alarm]

Das Buch beginnt damit, dass Evie sich plötzlich wieder als 27 Jährige im Aufzug ihrer alten Wohnung wiederfindet. Doch als sie ihre Wohnung betreten will, passt der Schlüssel nicht. Evie ist tot und kam an den Ort, an dem sie am glücklichsten war, um dort ihr Leben nach dem Tod zu leben. Doch um in ihre Wohnung eingelassen zu werden, muss sie ihre Geheimnisse befreien und ihr Leben sozusagen bereinigen. So beginnt zum einen eine Reise in Evies Vergangenheit und zum anderen eine Reise in die Gegenwart und die Welt der Lebenden, aus der Evie entstorben ist.

Mein aller erster Eindruck des Buches ließ mich sofort an den Film 30 über Nacht denken, sodass ich auch etwas ähnliches erwartete. Ich dachte Evie reist als 27 Jährige zurück in ihre Vergangenheit und bügelt zurecht, was nicht passte. Doch stattdessen kam ich mir mehr wie in der Weihnachtsgeschichte vor, da Evie ihre Lieben im Schlaf heimsucht und diesen ihre Geheimnisse offenbart. Auch wenn mir meine Erwartung zugegebenermaßen etwas besser gefallen hätte, finde ich die Idee der Autorin auch gut. Die Umsetzung hat mir allerdings weniger gefallen. Das Schwierige an gutem Fantasy ist, etwas völlig unrealistisches realistisch erscheinen zu lassen. Ich habe Flechter das Übernatürliche leider nicht abgekauft. Besonders die Art, wie Evie durch die Welten reist, kam mir etwas unoriginiell vor. Gestört hat mich auch, dass sich das Übernatürliche nicht auf die Welt nach dem Tod und Evies Heimsuchung beschränkte, sondern auch schon in Evies Vergangenheit geschah. Und diese Dinge waren für mich leider völlig unpassend.

Auch die Erzählperspektive empfand ich als nicht gut gewählt. Der auktoriale Erzähler gibt alle Ansichten und Gedanken der auftretenden Personen wider und beschränkt sich nicht auf Evie. Dies ließ nur wenig Raum für eigene Interpretationen und nahm viel vorweg. Ein Ich-Erzähler mit wechselnder Perspektive zwischen den Kapiteln wäre mit lieber gewesen.

18. Satz:

Ihren Lippen entrang sich ein gehetztes Keuchen, als hätte ihr jemand einen Schlag in den Magen versetzt, während Erinnerungen an dieses Gesicht in ihr hochstiegen.

 

 

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